Jugend und digitale Medien, ein gefährlicher Mix?
Das digitale Zeitalter ist ein Segen für viele kommunikative und experimentierfreudige Jugendliche. Das digitale Zeitalter ist aber auch ein Alptraum für viele verantwortungsvolle und besorgte Eltern.
Die neue zentrale Informationsplattform www.jugendundmedien.ch versucht Eltern, Lehrpersonen und anderen Fachkräften, schlaflose Nächte zu ersparen, indem Wege aufgezeichnet werden, wie Kindern und Jugendlichen ein sicherer Umgang mit digitalen Medien vermittelt werden kann. Informieren und empfehlen statt verbieten, könnte das Motto dieser Plattform lauten. Nur wer die Funktionsweisender digitalen Medien kennt, wird auch die Risiken einschätzen können.
Das Portal bietet sachliche und leicht verständliche Informationen zu den digitalen Medien. Internet, Smartphone und Spielkonsolen, all diese technischen Errungenschaften entwickeln sich in einer enormen Geschwindigkeit weiter. Damit Kinder und Jugendliche die Ratschläge ihrer erwachsenen Bezugspersonen ernst nehmen, müssen diese informiert bleiben, nicht im Detail, aber grundsätzlich. Und nicht technisch, aber bezüglich neuer Trends und eben auch neuer Gefahren. Ein weiteres Ziel der Plattform ist es, das Umfeld der Jugendlichen in einem altersgerechten Umgang mit den Medien zu unterstützen. Konkrete Hinweise, bspw. zu den technischen Schutzmöglichkeiten bei Handys, werden unterstützend zum Aufbau von Medienkompetenz der Jugendlichen aufgeführt. Ausserdem bietet das Portal die Möglichkeit, sich aktuelles Fachwissen anzueignen, die rechtlichen Grenzen kennen zu lernen und sich über das politische Engagement zu informieren. Das Herzstück der Website ist jedoch eine bislang einzigartige Datenbank. Mit Hilfe von verschiedenen Suchkriterien können passende Informations-, Schulungs- und Beratungsangebote aus allen Kantonen und aus verschiedenen Institutionen aufgerufen werden. Zurzeit befinden sich bereits über 250 bestehende Angebote in der Datenbank.
Nicht minder interessant als die gesammelten Informationen auf der Plattform selbst sind die äusserst hilfreichen Links. Eltern erfahren beispielsweise an welche Behörden sie sich bei auffälligen Websites wenden können (http://www.cybercrime.admin.ch), Lehrpersonal findet Fachmaterial zur Integration digitaler Medien im Unterricht (http://www.educa.ch) und Fachkräfte, die mit Jugendlichen arbeiten, können die eigenen Medienkompetenzen testen (http://www.swisscom.ch).
Fazit: Die Website ist auf jeden Fall sehenswert, stöbern Sie rum und Sie finden garantiert interessante und nützliche Neuigkeiten!
Dass für die junge Generation die neuen Medien weniger neu sind als für deren Eltern, ist eine Tatsache, die nicht unproblematisch ist. Chatten, gamen, googeln und twittern; Lieblingsbeschäftigungen unserer Kinder, die aber auch Gefahren mit sich bringen. Gefahren, vor denen Eltern und Erziehungsberechtigte ihre Kinder oft zu wenig schützen können, weil sie selbst diese Welt zuwenig kennen.Wie eignen sich Kinder und Jugendliche die nötige Medienkompetenz im Umgang mit der digitalen Welt an, wenn die Erwachsenenwelt diese Kompetenzen selbst nicht erlernt haben, teils nicht einmal wissen, welche Probleme sich stellen in der Online-Welt? Sucht, Mobbing, sexuelle Übergriffe, Pornografie, Gewalt; all’ dies findet nicht nur in der realen Welt statt. In der realen Welt aber ist es für Erziehungsberechtigte selbstverständlich, ihre Schutz- und Aufsichtpflichten wahrzunehmen. Das muss auch für die digitale Welt gelten!
Die Vereinigung “Vivre sans violence” (Leben ohne Gewalt) ist eine Gruppierung von Einrichtungen in der Romandie, welche im Bereich der Gewalt in Beziehungen aktiv sind, und hat diese Webseite www. comeva.ch realisiert. Zweifellos: Es lohnt sich, diese Seite zu besuchen! Aus ersten Gefühlsregungen können erste Ängste werden. Also, ‘ran an die Tastatur und Fragen stellen! Erst neulich haben drei dramatische Ereignisse sexueller Gewalt unter Jugendlichen die Schweiz erschüttert. Pornografie ist heute nur allzu gegenwärtig in unserem Alltag. Vom zweideutigen Werbeplakat bis hin zu Hardcore Pornoseiten im Internet – die Abbildung des Geschlechtsaktes wird banalisiert und die Liebe im eigentlichen Sinn wird in den Hintergrund gedrängt. Sicherlich stimmen Sie mir zu, dass dies für einen jungen Erwachsenen wohl eher verwirrend sein muss. Und wen trifft die Schuld? Die Medien, Politiker, Konsumgesellschaften, welche mit diesem Markt Millionen von Franken verdienen – wir werden hier nicht über sie richten. 
Als die Kriminalprävention letzte Woche eine Pressemitteilung zu den „Safer Chatten“ Video Clips herausgab, da wusste sie nicht welchen Ansturm das auslösen sollte.
So, oder so ähnlich könnte es anfangen. Gähnende Langeweile, stumpfes Nichtstun!